Die Geschichte des individuellen Ofenbaus

05.02.2019 11:41 Durchnittliche Bewertung: 5 / 5.0 von insgesamt 4 abgegebenen Stimmen.

Der Hafnermeister bei der Verrichtung seiner Arbeit Aus den uralten Handwerksberufen des Keramikers und des Maurers entwickelt, entstand vermutlich im 8./9. Jahrhundert der Beruf des Hafners. Erste urkundliche Erwähnungen finden sich seit dem 13. Jahrhundert, wie auch erste Zusammenschlüsse in Hafner-Zünften. Einen ersten Höhepunkt erlebte der Berufsstand, und damit der Ofenbau im Spätmittelalter, als der Kachelofen entwickelt wurde, welcher auch heute noch das charakteristische Produkt der Hafner/Ofenbauer ist.

Eine Kachel ist eine, aus feinem und mit Schamotte gemagertem Ton (Kaolin) gefertigte Keramik und bereits seit der griechisch-römischen Antike bekannt. Im Mittelalter entwickelten sich in Europa aus den „Muschelkacheln“ (Konvexkacheln) die verschiedensten Arten von Kacheln, die bis heute dem Kachelofen seinen Namen geben. Berühmtheit erlangte der Kachelofen vor Allem durch die in den Epochen der Gotik und Renaissance gefertigten, bemerkenswerten Einzelstücke.

Nach dem 2.Weltkrieg verlor der individuelle Ofenbau erheblich an Bedeutung, da Brennstoffe wie Öl und Gas ihn immer weiter zurückdrängten. Die Ölkrisen von 1973 & 1978 jedoch, ließen eine erste Renaissance des Kachelofens zu.
Die heutige Bedeutung des Umweltschutzes, sowie die Rückbesinnung auf Naturverbundenheit und Alltags-Entschleunigung, führen derzeit zu einer neuen Renaissance des Ofenbaus.

Sparen & Heizen

Mit modernsten Berechnungsprogrammen kann der Kachelofen heute perfekt an den Rauchfang und den Schornstein angepasst werden und eine erhebliche Reduktion von Emissionen erzielt werden. Der vorwiegende Brennstoff, nämlich Scheitholz, ist Co2-neutral. Durch die Verbrennung dieser Energieträger wird, im Gegensatz zu anderen Brennstoffen, kein neues Co2 produziert.

Der klassische Warmluft-Kachelofen, der über Schächte das ganze Haus beheizt, ist sehr selten geworden. Er ist heute eher eine zusätzliche Wärmequelle, die einzelne Räume beheizt. Ein von Grund auf gemauerter, sogenannter Grundofen mit keramischen Zügen, die die entstehende Wärme erst speichern und dann nach und nach abgeben, ist aber auch heute noch genauso möglich, wie eine Variante mit einem industriell gefertigtem Heizeinsatz, die hauptsächlich mit Konvektionswärme arbeiten. Durch z.B. am Boden befindliche Öffnungen, sogenannte Lufteinlässe, strömt kalte Luft ein, die dann erwärmt und oben wieder freigegeben wird.

Gestalterisch und optisch sind sowohl bei der einen, als auch bei der anderen Variante nahezu keine Grenzen gesetzt, wodurch ein effizienter Warmluftofen heute auch als modernes Designobjekt betrachtet werden kann.

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