Umweltbewusstes Heizen mit Holz

09.03.2012 11:12 Durchnittliche Bewertung: 4.4 / 5.0 von insgesamt 81 abgegebenen Stimmen.

Zum umweltbewussten Heizen gehörenUmweltbewusstes Heizen mit Holz Broschüre

  • richtige Feuerstätte und Schornstein
  • richtiger Brennstoff
  • richtige Handhabung
  • Wartung und Überwachung der Anlage durch Fachleute

Die Feuerstätte

Mit Einzelraumfeuerungsanlagen werden vorrangig die Aufstellräume selbst beheizt, meist als Zusatzheizung. Neben Öfen mit Kamin- oder Kachelofeneinsätzen und Grundöfen werden in den meisten Haushalten Kaminöfen oder offene Kamine betrieben. Als offene Kamine gelten Feuerstätten, die bestimmungsgemäß offen betrieben werden. Das heißt: ihr Feuerraum ist zum Wohnraum hin offen. Solche Kamine verursachen wegen niedriger Verbrennungstemperaturen und eines zu hohen Luftüberschusses viele Schadstoffe und geben nur wenig Hitze ab. Zudem können sie durch ihre Emissionen die Nachbarschaft belästigen und dürfen daher nur gelegentlich betrieben werden.

Als Kaminofen bezeichnet man Feuerstätten, die bestimmungsgemäß nur geschlossen betrieben werden oder bei denen das Gerät eine selbstschließende Feuerraumtür hat. Dies gilt auch für Feuerstätten, die von der Bauart her dem offenen Kamin entsprechen, aber mit einer selbstschließenden Feuerraumtür ausgestattet sind. Darüber hinaus kann die Luftmenge durch Klappen und Schieber oder die Entaschungstür geregelt werden. Der Wirkungsgrad ist somit höher als beim offenen Kamin.


Der Brennstoff

Grundsätzlich gilt: Behandeltes, gestrichenes und beschichtetes Holz gehört nicht in den Ofen oder Kamin!
Auch der Einsatz von Nadelholz wie Fichte oder Tanne, ist wegen seines Harzgehaltes problematisch. Die mittels Papierbrikettpressen selbst hergestellten Briketts aus Altpapier dürfen in Haushalten ebenso wenig verbrannt werden, wie sogenannte Paraffinbrennscheite, die in einigen Baumärkten erhältlich sind. Gleiches gilt für Pappe, Papier, Styropor oder Kunststoffe wie zum Beispiel Joghurt-Becher.

In offenen Kaminen dürfen nur die folgenden Holzbrennstoffe verwendet werden:

  • Naturbelassenes stückiges Holz, auchmit Rinde (z. B. als Scheitholz), Hackschnitzel sowie Reisig und Zapfen,
  • Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts oder in Form von Holzpellets.

Für Kaminöfen sind folgende Holzbrennstoffe zur Verbrennung zugelassen:

  • Grill-Holzkohle, Grill-Holzkohlebriketts
  • Naturbelassenes stückiges Holz, auch mit Rinde (z. B. als Scheitholz), Hackschnitzel sowie Reisig und Zapfen, 
  • Naturbelassenes Holz in Form von Sägemehl, Spänen, Schleifstaub oder Rinde,
  • Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts oder in Form von Holzpellets.

Für eine gute Verbrennung bei möglichst geringen Emissionen ist die Lufttrockenheit des Holzes ein wichtiger Faktor. Daher darf stückiges Holz nur im lufttrockenen Zustand eingesetzt werden. Das bedeutet: ein Feuchtegehalt von 25 Prozent darf nicht überschritten sein. Das ist normalerweise der Fall, wenn das Holz witterungsgeschützt und gut durchlüftet etwa zwei Jahre gelagert wurde. Frisch geschlagenes Holz wirkt zwar
trocken, besitzt jedoch noch eine Restfeuchte von etwa 40 Prozent. Feuchtes Holz verbrennt nicht nur schlechter, es setzt auch Schadstoffe frei.


Die Handhabung

Ein Feuer braucht drei Dinge: Brennstoff, Sauerstoff und Hitze. Deshalb ist es wichtig, beim Anheizen der Feuerungsstätte möglichst hohe Temperaturen zu erreichen. Dies gelingt am besten mit getrocknetem, dünn
gespaltenem Holz und handelsüblichen Holzanzündern. Gerade zu Beginn muss für ausreichend Verbrennungsluft gesorgt werden. Die Luftzufuhr sollte nicht zu klein eingestellt sein. Schauen Sie einfach in die Bedienungsanleitung. Die Luftzufuhr ist richtig eingestellt, wenn das Innere des Ofens hell und ohne schwarze Rußablagerungen bleibt. Sobald ausreichend Grundglut entstanden ist, können Sie größere Scheite
nachlegen.

Achten Sie aber dabei auf die Menge: Wenn der Ofen nämlich sehr voll ist,entwickeln sich zu viele Verbrennungsgase. Diese verbrennen nur unvollständig, es entstehen Schadstoffe und Ihr Ofen kann Schaden nehmen. Bestücken Sie Ihre Anlage daher besser mit kleineren Mengen, dafür häufiger.

Auch die Größe der Holzscheite spielt bei der Verbrennung eine Rolle. Zu große Scheite oder eine Mischung von größeren und kleineren Holzscheiten führen zu einer deutlichen Erhöhung der Schadstoffemissionen. Gleiches gilt für eine Mischung von Hart- und Weichholz: Weil dieses unterschiedlich abbrennt, entstehen mehr Emissionen. Richten Sie sich auch in diesen Punkten nach der Bedienungsanleitung Ihrer Anlage. Um unnötige Emissionen zu vermeiden, sollten Sie Ihren Kaminofen über die Brennstoffzufuhr und nicht über die Luftzufuhr regeln. Eine gute und saubere Verbrennung hinterlässt nur feine weiße Asche. Eine unvollständige Verbrennung mit übermäßig viel Ruß und dunklem Holzrauch ist schlecht. Dabei kann so genannter „Glanzruß“ an den Innenwänden des Ofens entstehen. Dieser sorgt für eine schlechtere Wärmeabgabe und kann zu Schornsteinbränden führen.


Wartung und Überwachung

Sicherheit ist wichtig: Lassen Sie Ihre Feuerstätte deshalb einmal im Jahr durch einen Fachmann kontrollieren. Als Betreiber einer handbeschickten Einzelraumfeuerungsanlage sind Sie verpfl ichtet, sich durch einen Schornsteinfegerberaten zu lassen. Sie müssen ebenfalls nachweisen, dass Ihre Anlage die Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid einhält. Das geht z. B. anhand der Herstellerbescheinigung oder einer „Vor-Ort-Messung“ durch den Schornsteinfeger. Wichtig: Für Anlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet wurden, müssen Sie die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte bis Ende Dezember 2013 nachweisen.

Quellenangabe:

http://umweltportal.gelsenkirchen.de/Dokumente/Umweltbewusstes_Heizen_mit_Holz.pdf

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